Nachhaltiges Webdesign – wie schlanke Websites CO2 sparen und schneller laden

Gutes Webdesign ist nicht nur schön, sondern auch effizient. Ich zeige, warum die Größe deiner Website zählt – und wie du durch bewusste Entscheidungen Ladezeit, CO₂-Ausstoß und Pflegeaufwand reduzierst.

Jede Website, die aufgerufen wird, verbraucht Strom – auf dem Server, beim Übertragungsweg und natürlich auch beim Nutzergerät. Bei kleinen Seiten fällt das kaum auf, aber bei Websites mit vielen Besuchern (und vielen Inhalten) kommt da einiges zusammen.

Im Footer meiner Website findest du einen Link zum Website Carbon Calculator. Das Tool berechnet den CO₂-Ausstoß pro Seitenaufruf – und zeigt damit, wie „schwer“ deine Website in Sachen Umweltbelastung ist.

Gemessen wird unter anderem die Seitengröße in Kilobyte.
Dabei fließen auch andere Dinge mit ein: Der Strommix des Hostinganbieters, Daten zum durchschnittlichen Stromverbrauch pro Byte und wie viel CO₂ weltweit pro Kilowattstunde entsteht. Das Ganze basiert auf Daten von der Harvard University und anderen Studien.

Warum schlanke Websites besser sind

Jetzt kann man natürlich sagen: „CO₂ einsparen ist ja nett, aber interessiert doch keinen.“ Kann sein – aber ehrlich gesagt geht es mir auch um ganz andere Dinge.

Eine schlanke Website hat nämlich ganz praktische Vorteile: Sie lädt schneller, fühlt sich einfach besser an und rankt im Zweifel auch besser bei Google. Ladezeit ist zwar kein riesiger Rankingfaktor – aber sie beeinflusst, ob Nutzer auf der Seite bleiben oder nicht. Laut Google springen rund ein Drittel der Nutzer ab, wenn eine Seite länger als 3 Sekunden lädt. Und dann wirkt sich das plötzlich doch aufs Ranking aus.

Ich versuche deshalb, von Anfang an alles schlank zu halten. So wenig Plugins wie möglich, keine unnötigen Tools, keine externen Tracker – das macht die Seite schneller und sorgt auch dafür, dass sie technisch einfacher zu pflegen ist.

Was treibt die Seitengröße hoch – und wie kann man’s vermeiden?

Was eine Seite langsam macht, sind meistens die Bilder. Klar, Bilder braucht man – gerade wenn’s ums Design oder Emotionen geht. Aber man kann eine Menge rausholen, wenn man sie vorher komprimiert und in der richtigen Größe einbindet.

In WordPress geht das sogar automatisch. Ich nutze dafür aktuell WP-Optimize, es gibt aber jede Menge Plugins, die das beim Upload direkt erledigen. Wichtig ist: Keine Bilder in voller Kameraauflösung hochladen und dann nur runterskalieren lassen – lieber vorher anpassen und in WebP oder AVIF speichern.

Zusätzlich kann man mit srcset verschiedene Bildgrößen für unterschiedliche Bildschirmgrößen hinterlegen. Und mit loading=“lazy“ dafür sorgen, dass Bilder erst geladen werden, wenn sie im sichtbaren Bereich auftauchen. Für Hintergrundbilder per CSS nutze ich media queries, damit Mobilgeräte nicht unnötig große Bilder laden.

Auch CSS und JavaScript werden oft zu einem Problem. Viele Themes und Plugins bringen riesige Mengen Code mit, von dem am Ende kaum etwas genutzt wird. Ich versuche deshalb möglichst auf Page-Builder zu verzichten und stattdessen direkt zu programmieren. Wer trotzdem mit fertigen Themes arbeitet, sollte CSS und JS wenigstens minimieren und JavaScript verzögert laden. Dafür nutze ich gerne Autoptimize plus das zugehörige Async JavaScript Plugin. Wichtig: Vorher ein Backup machen – danach gründlich testen, ob noch alles läuft.

Was ich auch immer wieder sehe: 5 oder 6 Fonts eingebunden, obwohl am Ende nur einer verwendet wird. Auch das frisst unnötig Ressourcen. Besser ist: nur ein Fontset verwenden und lokal einbinden, statt alles von Google Fonts nachzuladen.

Nachhaltigkeit im Webdesign heißt für mich nicht nur „weniger CO₂“, sondern auch: weniger Datenmüll, weniger externe Abhängigkeiten, schnellere Seiten – und das kommt am Ende nicht nur der Umwelt, sondern auch den Nutzern zugute.

Deine Seite ist langsam oder überladen?

Du willst, dass deine Website schneller wird und dabei auch noch CO₂ spart?
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TL;DR – Nachhaltiges Webdesign in Kürze

Warum Website-Größe überhaupt ein Thema ist

  • Jede Seite verbraucht beim Aufruf Strom → Server, Übertragung, Gerät
  • Bei vielen Aufrufen summiert sich das zu echtem Energieverbrauch

Schlanke Websites laden schneller – und das lohnt sich

  • Nutzer springen oft ab, wenn eine Seite zu lang lädt
  • Schnellere Seiten = bessere Nutzererfahrung & Google-Ranking
  • Weniger Plugins & saubere Technik helfen auch bei der Wartung

Bilder sind oft der größte Ladezeit-Killer

  • Vor dem Hochladen komprimieren (WebP, AVIF, TinyPNG, Squoosh)
  • In WordPress geht das automatisiert per Plugin (z. B. WP-Optimize)
  • Mit srcset, Lazy Loading & media queries flexibel ausliefern

CSS/JS schlank halten

  • Keine riesigen Themes oder ungenutzten Code mitschleppen
  • Optimizer Plugins helfen, z.B. Autoptimize